Gewöhnliche Robinie Robinia pseudoacacia

Die Robinie - eine kurze Einleitung

Die Robinie wird auch als "Falsche Akazie" bezeichnet und gehört zu den Laubbäumen. Diese Pflanze stammt ursprünglich aus Nordamerika und wurde im 18. Jahrhundert von dem Franzosen Robin nach Europa gebracht - so kam die Robinie zu ihrem Namen. Ab etwa 1880 wurde die Robinie als Nutzholzbaum verwandt. Heute kommt der Robinie eine hohe wirtschaftliche Bedeutung zu, denn dieses Gewächs ist nicht nur beständig gegenüber der Holzfäule, sondern zudem sehr biegsam und fest. Die Robinie ist widerstandsfähiger als Eichen-Holz und wächst verhältnismäßig schnell.

Robinie Baum

Die Robinie hat eine leicht grünliche Färbung und zeichnet sich durch eine feine und elegante Maserung aus. Dadurch ist dieses Holz auch im Innenbereich gefragt. Ebenso ist die Robinie eine gute Alternative zu zahlreichen Tropenhölzern, da sie unter Witterungseinflüssen eine grünliche Patina bildet. Nach der Pappel und dem Eukalyptus ist die Robinie heute der am häufigsten kultivierte Laubbaum. Dennoch stehen in Deutschland nur geringe Mengen an Robinie zur industriellen Verarbeitung zur Verfügung, da die Robinie aus deutschen Beständen eine eher ungünstige Stammform und  geringere Durchmesser aufweist. Im Handel wird die Robinie meist in einem Durchmesser von 0,2 bis 0,4 Metern und in Längen von zwei bis vier Meter angeboten.

Infos zur Robinie bei Wikipedia

Eigenschaften

Robinienholz ist hart, zäh und widerstandsfähig. Das Holz der Robinie gehört zu den härtesten und schwersten der einheimischen Holzarten und ist selbst der Eiche klar überlegen. Die wohl wichtigste Eigenschaft der Robinie ist deren Haltbarkeit. In der DIN-EN 350-2 sind die verschiedenen Holzarten entsprechend ihrer Haltbarkeit und Widerstandsfähigkeit eingeteilt; die Robinie ist die einzige Holzart, welche die Resistenzklasse 1 - 2 erreicht. Dadurch ist diese perfekt für den Außenbereich geeignet. Während die Eiche bereits nach etwa zehn bis 15 Jahren fault, bleibt die Robinie mindestens 20 Jahre resistent gegenüber Witterungseinflüssen. Dabei muss das Holz nicht einmal imprägniert werden.

Robinie Zweige

Die Jahresringe des Holzes sind gut sichtbar; gestreifte und gefladerte Längsseiten sind ähnlich wie bei der Eiche typisch für das Robinienholz. Wird das Holz gehobelt, erscheint es glänzend.

Die Robinie lässt sich relativ schwer trocknen, kann aber in aufwändigen technischen Verfahren getrocknet werde. Dieses erfolgt zunächst durch eine Freilufttrocknung, ehe die Hirnenden abgedichtet werden.

Bearbeitung mit Werkzeugen

Die Robinie kann, trotz seiner Härte, mit allen Werkzeugen bearbeitet werden. Sie lässt sich vernünftig hobeln und auch das Schnitzen und Drechseln gelingt bei dieser Holzart gut. Möchte man das Holz mit Nageln und Schrauben bearbeiten, sollte grundsätzlich vorgebohrt werden.

Fakten rund um das Robinien-Holz

Infografik zur Robinie

Das Anbaugebiet der Robinie

Die Robinie stellt nur geringe Anforderungen an die Bodenbeschaffenheit und kann so vielerorts angebaut werden. Heute befinden sich die größten forstwirtschaftlich genutzten Bestände der Robinie in Ungarn, Rumänien, Tschechien und der Slowakei. In Ungarn macht die Robinie knapp 20 Prozent des gesamten Waldbestandes aus! Dieser Baum erreicht innerhalb kürzester Zeit eine Höhe von bis zu 30 Metern. In Parks und an Straßen hingegen, wo man die Robinie ebenso häufig antrifft, werden die Bäume nur etwa 20 Meter hoch. Die Robinie kann 100 Jahre und älter werden.

Robinie Faellung

Da die Robinie recht unempfindlich gegenüber Umwelteinflüssen aller Art ist, wird diese mittlerweile auch gerne in Innenstädten gepflanzt.

Weiterverarbeitung

Robinienholz wird sehr gerne zur Schiffsherstellung verwendet, ebenso wie zur Herstellung von Sportgeräten aller Art. Doch auch zur Herstellung von Gartenmöbeln kann diese Holzart genutzt werden. Gerne wird Robinienholz auch auf Spielplätzen verwendet, da es im Gegensatz zu anderen Hölzern nicht splittert. Im Innenbereich ist es als Parkett recht beliebt und kann hier problemlos behandelt und gestrichen werden. Das zunächst gelbgrüne Holz wird mit der Zeit silbrig-weiß und ähnelt so den teureren Tropenhölzern wie beispielsweise dem Teakholz. Vom Anschaffungspreis her ist die Robinie jedoch deutlich günstiger und daher eine gute Alternative zu Tropenhölzern. In Südosteuropa wird die Robinie gerne für Fässer verwendet, um in ihnen Edelbrände aller Art zu lagern. In Österreich wird das Robinienholz besonders gerne für Rebpfähle verwandt.

Robinie Blaetter Blueten

Bild 1 Baum © Fotoschlick / Fotolia - Bild 2 Faellung © Jan Reichel / Fotolia

Bild 3 Zweige © Fotoschlick / Fotolia - Bild 4 Blaetter © Torsten Dietrich / Fotolia